Deutsches Glossar zur Toponymischen Terminologie

Bearbeitet vom Ständigen Ausschuss für geographische Namen (StAGN) auf der Grundlage der vom Arbeitskreis Terminologie der Sachverständigengruppe der Vereinten Nationen für geographische Namen (UNGEGN) zusammengestellten englischen Versionen des Glossary of Topomymic Terminology

Ständiger Ausschuss für geographische Namen (StAGN)
Frankfurt am Main 2010

001 acronym

Akronym

Aus dem oder den Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter bzw. der wichtigsten Bestandteile eines zusammengesetzten Ausdrucks gebildetes Wort. Beispiele: → Pixel (265); → UNGEGN(357).  

002 address

Adresse

(a)   Rechnerplatz, in dem eine bestimmte Dateneinheit gespeichert ist.

(b)   Eine geographische Adresse ermöglicht die Verortung eines topographischen Objekts, insbesondere einer Wohneinheit.

003 allograph

Allograph

→ Graphem

004 allomorph

Allomorph

Jede von zwei oder mehr Erscheinungsformen eines bestimmten
→ Morphems (201). Beispiele: Im Deutschen sind -heit  und -keit  Allomorphe ein und desselben Morphems, vgl. Schönheit, Schwierigkeit. Im Englischen hat das Morphem des Plurals die Allomorphe /z/ wie in dogs, /s/ wie in cats, /ız/ wie in boxes, andererseits auch /ən/ in oxen.

005 allonym

          Allonym

Jeder von zwei oder mehr → Namen (209) für ein und dasselbe → topographische Objekt (094). Beispiele:
Hull und Kingston-upon-Hull; Vesterhavet und Nordsee; Swansea und Abertawe; Johannesburg und eGoli.

006    standardized allonym
standardisiertes Allonym

Jedes von zwei oder mehr → standardisierten Toponymen (340) eines bestimmten Objekts. Beispiele: ad-Dār al Bayḑāʼ und Casablanca, Cape Town und Kaapstad, Matterhorn und Monte Cervino.

007 allophone

          Allophon

Jede von zwei oder mehr phonetischen Erscheinungsformen eines → Phonems (253). Beispiele:
Im Deutschen sind die Laute des ch in Nacht (“ach-Laut”, [x]) und in Nächte (“ich-Laut”, [ç]) Allophone des Phonems /ç/. Im Englischen sind [ph] wie in pot und [p] wie in spot Allophone des Phonems /p/. (Allophone werden gewöhnlich in eckigen Klammern angegeben.)

008    alphabet

          Alphabet

Gesamtheit der → Buchstaben (160) einer → Sprache (145) mit → Alphabetschrift (284), in einer bestimmten Reihenfolge geordnet und mit
→ Namen (209) für jeden Buchstaben versehen.

009    alphabetic

          alphabetisch

Sich auf ein → Alphabet (008) beziehend.

010    conversion alphabet

          Konversionsalphabet

→ Alphabet (008), das bei der → Namenkonversion (041) benutzt wird. Oberbegriff für → Transkriptionsalphabet (011) und → Transliterationsalphabet (012).

010a   International Phonetic Alphabet

        Internationales Phonetisches Alphabet

→ (143)

011  transcription alphabet

          Transkriptionsalphabet

→ Alphabet (008), das bei der → Transkription (346) verwendet wird. Beispiele: Die Verwendung von aus­schließlich z, und nicht c,zur Darstellung des dentalen /ts/-Phonems bei der Transkription ins Deutsche, oder von ausschließlich k, und nicht c, bei der Transkription des velaren /k/-Phonems ins Englische.

012    transliteration alphabet

          Transliterationsalphabet

→ Alphabet (008), das bei der → Transliteration (352) verwendet wird. Es kann auch solche Kombinationen aus → Buchstaben (160) und → diakritischen Zeichen (064) sowie solche Buchstaben-Lautwert-Zuordnungen vorsehen, wie sie in keiner → Orthographie (251) vorkommen. Beispiel: û mit Lautwert /ju/ als Wiedergabe des kyrillischen Buchstabens ю (ISO-Transliteration).

013    alphabetic script

          Alphabetschrift

→ (284)

014    alphabetic sequence

          Alphabetfolge

→ (297a)

015    alphabetic sequence rules

          Alphabetisierungs-, Reihungsregeln

→ (298)

015a   alphabetization

          Alphabetisierung

Ordnen in alphabetischer Reihenfolge. → Alphabetisierungsregeln (298).

016    alphanumeric

          alphanumerisch

Darstellung, z.B. in einem Rechner, bei der nicht nur Ziffern, sondern auch → Buchstaben (160) benutzt werden. Umfasst im weiteren Sinne auch Interpunktionszeichen und mathematische Symbole.

017    anthroponym

          Anthroponym

Personenname. Beispiele: Alfred; ‘Alī.

018    article

          Artikel

→ Morphem (201), das den bestimmten oder unbestimmten Charakter eines Substantivs sowie in einigen Sprachen Geschlecht, Zahl und Fall angibt. Beispiele: deutsch der, die, das, ein, eine ; englisch the ; spanisch el, los, las ; arabisch al- ; hebräisch ha- ; rumänisch -ul.

019    articulation

          Artikulation

Physiologische Bewegungen bei der Modifizierung des Luftstroms, um Sprechlaute zu erzeugen, wobei der Phonationsraum oberhalb des Kehlkopfs benutzt wird.

019a names authority

          Namenbehörde

(a) Organ (Person, Ausschuss bzw. Kommission), dem durch eine rechtlich-administrative Gebietseinheit wie z.B. einen Staat die Entscheidungsgewalt oder beratende Funktion in Angelegenheiten der → Toponymie (344) übertragen wurde.

(b) Behörde, die mit der Festlegung → standardisierter Namen (228) beauftragt ist.

019b  authorized name

          autorisierter Name

→ (211a)

020    batch processing

          Stapelverarbeitung

Verfahren, in dem Dateneinheiten codiert, in Gruppen zusammengefasst und dann, gewöhnlich zu einem späteren Zeitpunkt, sequentiell in einem Rechner verarbeitet werden. Komplementärbegriff: → interaktive Verarbeitung (141).

021    bilingualism

          Zweisprachigkeit

Die habituelle Benutzung von zwei → Sprachen (145) durch eine Person oder eine Gemeinschaft.

022    biscriptual

          zweischriftig

In zwei verschiedenen → Schriften (283) geschrieben bzw. gedruckt. Auch → Kartenbeschriftung, mehrschrifti­ge (191); → Karte, mehrschriftige (188).

022a   topographic category

         topographische Kategorie

→ Objektklasse (029)

023    character

          Schriftzeichen

Graphisches Symbol, das in einem Schriftsystem als Einheit verwandt wird; in engerem Sinne: graphisches Symbol in einem nicht-alphabetischen Schriftsystem (auch → 284). Beispiele: Chinesisch 中 , zhong ; Äthiopisch h , h oder hi ;  japanisches Hiragana の , no.

024    modified character

          modifiziertes Schriftzeichen

Oberbegriff für → vereinfachtes Schriftzeichen (025) und → Schriftzeichenvariante (026).

025    simplified character

          vereinfachtes Schriftzeichen

Variante eines → Schriftzeichens (023), die graphisch nicht so komplex ist wie die ursprüngliche Form. Beispiele: die z.T. geradlinigen modernen Kanji-Schriftzeichen des Japanischen; chinesische Zeichenvarian­ten mit weniger Strichen als bei den ursprünglichen Zeichen.

026    variant character

          Schriftzeichenvariante

Eines von zwei oder mehr Zeichen (→ 023) in einem Schriftsystem, das die gleiche phonologische (→ 258) bzw. morphologische (→ 202) Einheit darstellt (und – falls alphabetisch  zur gleichen → Schriftart (356) gehörend –), sich in der Form jedoch unterscheidet. Beispiele: Arabisch ﻊ = ﻌ = ﻋ = ﻉ ; Hebräisch ץ = צ ; Griechisch ϭ = Ϛ ; Fraktur(schrift) ſ  = s.

027    vowel character

          Vokalschriftzeichen

In einer → Alphabet- (284) oder → Silbenschrift (294) ein → Schriftzeichen (023) – keine bloße → Vokalmarkie­rung (195) –, das für einen → Vokal (370) steht. Beispiele: Thai า (a); Amharisch A (a˙ , erstes Vokalzeichen).

028    choronym

          Choronym

→ Name (209) einer großen geographisch oder administrativ definierten Landfläche. Beispiele: Yorkshire, Ar-Rub’ al-Khāli, Missiones, Attika.

029    feature class

          Objektklasse

Zusammenfassung von Einheiten mit ähnlichen Eigenschaften zur Erleichterung von Klassifizierung, Suche und Wiederauffinden. Beispiele: river, creek, brook, wadi (arab. wādī ) etc., die alle unter ‘fließendes Gewässer’ (stream) zusammengefasst werden können.

030    coded representation

          codierte Wiedergabe

Die Wiedergabe einer Einheit oder einer → Objektklasse (029) durch einen → alphanumerischen (016) oder graphischen Code; das Ergebnis der Anwendung eines Codes auf jeden beliebigen Bestandteil einer codier­ten Menge. Beispiele: 0226 – Hauptstraße (numerisch codiert); ∧ – Berg (graphisch codiert).

031    colloquial language

          Umgangssprache

→ (146)

031a   commemorative name

          Gedenkname

→ (211b)

031b  linguistic community

          Sprachgemeinschaft

Gesamtheit der Menschen, die eine gemeinsame → Sprache (145) als → Muttersprache (204) oder in mutter­sprach­gleichem Grad beherrschen und darin kommunizieren.

031c   speech community

          Sprechergemeinschaft

Synonym für → Sprachgemeinschaft (031b); kann aber den Aspekt der mündlichen Kommunikation stärker betonen.

032    composite name

          zusammengesetzter Name

→ (212)

033    compound name

          zusammengesetzter Name

→ (213)

034    computer file

          Rechnerdatei

→ (098)

035    computer program

          Computerprogramm

→ (268)

035a   computer format

          Rechnerformat

→ (102)

036    computer record

          Rechnereintrag

→ (275)

037    consonant

          Konsonant

Eine der beiden Hauptklassen von Sprachlauten, erzeugt durch verschiedene Arten von Hemmung des Atemstroms (Engenbildung, Blockierung). Beispiele: [b], [d], [f]-Laut. Komplementärbegriff: → Vokal (370).

038    consonant letter

          Konsonantenbuchstabe

→ (162)

039    consonant script

          Konsonantenschrift

→ defektive Buchstabenschrift (286)

040    conventional name

          Exonym

→ (081)

041    conversion

          Konversion, Umschriftung

Oberbegriff für → Transkription (346) und → Transliteration (352).

042    conversion alphabet

          Konversionsalphabet

→ (010)

042a  script conversion

          Schriftkonversion

→ Konversion, Umschriftung (041)

043    conversion table

          Konversionstabelle

Oberbegriff für → Transkriptionstabelle (348) und → Transliterationstabelle (354). Auch → Lateinumschrift­tabelle (281).

044    geographical coordinates

          geographische Koordinaten

(a) Das (sphäroidische) Netz aus Breitenkreisen (Parallelkreisen), die nördlich und südlich des Äquators von 0° bis 90° nummeriert werden, sowie aus Längenkreisen (Meridianen), die östlich und westlich von Greenwich von 0° bis 180° nummeriert werden. Es wird zur Ortsbestimmung auf der Erdoberfläche benutzt.
(b) Breiten- und Längenwert eines Punktes im Winkelmaß des geographischen Koordinatensystems.

045    rectangular coordinates

          rechtwinklige Koordinaten

(a) Gitter aus ebenen Koordinaten aus zwei Sätzen gerader Linien, die im rechten Winkel zueinander stehen und an beiden Achsen in gleiche Längeneinheiten geteilt sind; damit werden hauptsächlich ↑topographische Karten (193) versehen. Auch → UTM-Gitter (361).

(b) Die Werte eines Punktes in einem solchen Gitter.

046    topographic coordinates

         topographische Koordinaten

→ rechtwinklige Koordinaten (045)

047    creole

          Kreol(isch)

Beständige Sprachform, die aus einem → Pidgin (262) entstanden und zur einzigen bzw. → Hauptsprache (267) einer → Sprachgemeinschaft (031b) geworden ist. Beispiel: das haitianische Kreolisch (vom Französischen abge­leitet).

048    cultural feature

          Kulturlandschaftsobjekt

→ (087)

049    data

          Daten

Formalisierte Darstellung von Fakten oder Begriffen, dadurch geeignet für Kommunikation, Interpretation bzw. Bearbeitung durch Mensch oder Maschine. Komplementärbegriff (bei Verwendung im Computer­wesen): → Rechnerprogramm (268).

050    digital data base (also database)

          digitale Datenbank

Umfassende Zusammenstellung von → Rechnerdateien (034) und -einträgen (→ 275) zu einem bestimmten Thema. Beispiel: Zusammenstellung von Rechnereinträgen zu allen hydrographischen Geländemerkmalen (→ 104) eines Landes.

051    digital toponymic data base

          digitale toponymische Datenbank

→ Digitale Datenbank (050) mit (allen) → Toponymen (339) einer bestimmten Region mit oder ohne Begleit­informationen, in rechnerlesbarer Form.

052    data base management system

          Datenbankverwaltungssystem

Zusammenstellung von → Software (304), die zur Nutzung einer Datenbank → (050) erforderlich ist, damit den Benutzern der Zugriff auf diese Datenbank ermöglicht wird.

052a   names data base

          Namendatenbank

Datenbank (→ 050) die Namen (→ 209) enthält, mit oder ohne Begleitinformationen, in rechnerlesbarer Form. Auch → (051).

053    data dictionary

          Datenverzeichnis

Katalog von Definitionen des Inhalts einer → Datenbank (050), einschließlich Bezugskennsätzen von → Daten­elementen (055), → Formaten (101), internen Bezugscodes und Texteintragungen sowie deren Beziehungen zueinander.

054    data directory

          Datenverzeichnis

→ (053)

055    data element

          Datenelement

Beschreibung einer Grundeinheit von identifizierbarer und definierbarer Information, die ein bestimmtes → Datenfeld (056) in einer → Rechnerdatei (098) besetzt. Beispiel: Datum der Ratifizierung des → Namens (209) durch die → Namenbehörde (019a).

056    data field

          Datenfeld

Raum für ein bestimmtes → Datenelement (055) in einem → Rechnereintrag (275). Beispiel: das Feld für die Koordinaten in einem Rechnereintrag zu einem → Ortsnamen (224).

057    translingual data interchange

          translingualer Datenaustausch

Datenaustausch (besonders mit Hilfe von Rechnern) über standardisierte Codes bzw. eine nicht an eine bestimmte → Sprache (145) gebundene Terminologie.

058    data item

          Datengröße

Wert oder Inhalt eines bestimmten → Datenelements (055) in einem bestimmten → Rechnereintrag (275). Beispiel: 01.01.94 im →

Datenfeld (056) für “Datum”.

059    data portability

          Datenaustauschbarkeit

Möglichkeit, dieselben → Daten (049) in verschiedene Rechnersysteme einzugeben bzw. dort zu nutzen.

060    default value

          Standardvorgabe

Eine vom Rechner automatisch ausgewählte Annahme, wenn keine ausdrücklichen Anweisungen des Bedie­ners vorliegen.

061    defective alphabetic script

          defektive Buchstabenschrift

→ defektive alphabetische Schrift (286)

062    descriptive term

          beschreibender Ausdruck

→ (330a)

063    designation

          Benennung

→ beschreibender Ausdruck (330a)

064    diacritic

          diakritisches Zeichen

Ein meist kleines Zeichen über, unter oder quer durch einen → Buchstaben (160), das die Funktion hat, einen bestimmten Lautwert, Länge, Betonung u. dgl. anzugeben oder auch zwei Wörter voneinander zu unter­scheiden. Beispiele: deutsch ö ; rumänisch ş ; polnisch ł ; š in der → Transliteration (352) der kyrillischen Schrift; Ë in der → Konversion (041) der hebräischen Schrift; französisch (‘wo’), gegenüber ou (‘oder’).

065    diacritical mark, diacritical sign

          diakritisches Zeichen

→ (064)

066    dialect

          Dialekt, Mundart

Regional und/oder sozial spezifische Variante einer → Sprache (145), gekennzeichnet und identifizierbar durch bestimmte Wörter, grammatische Strukturen und Aussprache. Die Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache ist oft schwierig. Auch → Diglossie (070).

067    geographical dictionary

          geographisches Wörterbuch

Verzeichnis geographischer Fachausdrücke und/oder → Namen (209), meist alphabetisch geordnet, mit Definitionen, Erläuterungen bzw. beschreibenden Angaben zu jedem Eintrag.

068    digital data base

          digitale Datenbank

→ (050)

069    digital toponymic data base

          digitale toponymische Datenbank

→ (051)

070    diglossia

          Diglossie

Relativ stabile Sprachsituation, in der zwei Varietäten (Varianten) einer → Sprache (145) innerhalb einer → Sprachgemeinschaft (031b) nebeneinander verwendet werden. Dabei ist die eine, “hohe” Varietät meist formelleren Situationen vorbehalten und genießt höheres Ansehen; die andere, “niedrige” Varietät wird in informelleren Situationen, namentlich im Alltagsgespräch, verwendet. Beispiele: In der griechischen Sprach­gemeinschaft bis lange ins 20. Jh. – Katharevusa und Dhimotiki; in der deutschen Sprach­gemein­schaft der Schweiz – Hochdeutsch und Schwyzerdütsch. Im Sinne eines erweiterten Diglossie-Begriffs bezeichnet man als Diglossie auch eine solche Funktionsteilung zwischen miteinander nicht verwandten Sprachen, z.B. das Verhältnis zwischen Spanisch und Guarani in Paraguay.

071    diglossic

          diglossisch

Auf → Diglossie (070) bezüglich.

072    digraph

          Digraph

Folge von zwei Zeichen, z.B. → Buchstaben (160), die ein einziges → Phonem (253) darstellen. Beispiele: für /i:/ im Deutschen ie ; für /ʃ/ im Französischen ch, im Englischen sh. Auch → Ligatur (170).

073    diphthong

          Diphthong

Verbindung von zwei (bzw. drei, im Falle des Triphthongs) Vokalelementen zu einem einzigen Laut (auch → 370). Beispiele: [aı] im Deutschen bei, im Englischen time.

074    donor language

          Gebersprache

→ (147)

075    donor script

          Geberschrift

→ Ausgangsschrift (287)

075a   data element

          Datenelement

→ (055)

075b  generic element

          generisches Element

Der Teil eines → Toponyms (339), der aus einem → generischen Ausdruck (330b) besteht. Beispiele: Sierra Nevada, Starnberger See. Das generische Element gibt im allgemeinen die Gattung des benannten Objekts an. Auch ↑falsches generisches Element (111). Komplementärbegriff: → Element, spezifisches (075c).

075c   specific element

          spezifisches Element

Der Teil eines → Toponyms (339), der keinen → generischen Ausdruck (330b) darstellt und der es von anderen → Namen (209) aus der gleichen → Objektklasse (085) unterscheidet. Es kann → Artikel (018) und/oder andere Wortarten umfassen. Beispiele: Port Elizabeth, Rio Negro, Cape of Good Hope.

076    endonym

          Endonym

→ Name (209) eines geographischen Objekts (089) in einer → Sprache (145), die im Gebiet des Objekts offiziell oder gut eingeführt ist. Beispiele: Vārāṇasī (nicht Benares); Aachen (nicht Aix-la-Chapelle); Krung Thep (nicht Bangkok); al Uqşur (nicht Luxor); Yerushalayim (nicht Jerusalem). Komlementärbegriff: → Exonym (081)

077 standardized endonym

  standardisiertes Endonym

→ Endonym (076), das von einer → Namenbehörde (019a) anerkannt wurde. Beispiele: Von den → Allonymen (005) Hull und Kingston-upon-Hull (England) ist letzteres die standardisierte Form. Im Sinne der Karto¬graphie gilt als standardisiertes Endonym ein → offizieller Name (223), ungeachtet der tatsächlichen sprach¬lichen Verhältnisse am betreffenden Ort bzw. in der Region des betreffenden Objekts. Beispiel: Wissem¬bourg als standardisiertes Endonym; Weißenburg als nicht-standardisiertes Endonym. – vgl. → Exonym (081).


078 topographic entity

topographische Einheit

→ Objekt, topographisches (094)

079 eponym

  Eponym

In der → Toponymie (344) ein → Anthroponym (017), auf das ein → Toponym (339) oder ein Teil eines solchen zurückgeht. Beispiele: Iago (Jakob) in Santiago; Everest in Mount Everest; Kruger in Krugersdorp.

080 epotoponym

Epotoponym

→ Toponym (339), auf das ein → Gattungsname (330b) zurückgeht. Beispiele: Jerez (für sherry); Olympia (für Olympiade); Portugal (für burtuqāl, d.h. ‘Orange’ im Arabischen).

080a ethnonym

  Ethnonym

→ Name (209) einer ethnischen Gruppe wie z.B. eines Stammes oder Clans. Beispiele: Dänen, Haschemiten, Saami, Sorben

081 exonym

  Exonym

→ Name (209) in einer bestimmten → Sprache (089) für ein → geographisches Objekt (145), außerhalb des Gebietes, in welchem diese Sprache weithin gesprochen wird, der sich in seiner Form vom entsprechenden → Endonym (076) im Gebiet, in welchem das geographische Objekt liegt, unterscheidet. Beispiele: Warsaw ist das englische Exonym für Warszawa (Polnisch); Mailand das deutsche für Milano, Londres das französische für London ; Quluniyā das arabische für Köln. Hingegen ist das nach GOST 83 transliterierte Moskva (für Москва) kein Exonym, eben¬so¬wenig wie die nach Pinyin erfolgte offizielle lateinische Schreibweise Beijing ; Peking ist dagegen ein Exonym. Die Vereinten Nationen empfehlen die Reduktion der Verwendung von Exonymen in der internationalen Kommunikation. → (230). Komplementärbegriff: → Endonym (076).